Rodenberg
Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt Rodenberg (als „Castrum Rodenbergum“) stammt aus dem Jahr 930, in dem die Vorgänger der Schaumburger Grafen hier eine Burg oder einen Wehrturm errichteten. Das idyllische Rodenberg, an der Rodenberger Aue gelegen, war einst Standort einer wichtigen Burg der Grafen von Schaumburg und selbst mit Wällen und Gräben befestigt.
Schon 1322 erlangte die Deisterstadt von ihrem Grafen Adolf das sog. Rodenberger Bier-Privileg. Um das Jahr 1500 lebte in Rodenberg der bekannte Braumeister Hans Kinkeldey, durch dessen Braukunst die Rodenberger Bürgerinnen und Bürger zu einigem Wohlstand gelangten. Er selbst zeichnete sich durch viele großzügige Spenden, vor allem an die katholische Kirche im Ort aus. Das von ihm gebraute Bier wurde weit über die Schaumburger Grenzen hinaus bekannt. Zum Andenken an Hans Kinkeldey steht heute auf dem Marktplatz in Rodenberg der „Kinkeldey-Brunnen“, der von dem Hannoveraner Architekturprofessor Rainer Hobigk geplant und von der Rodenberger Martini-Loge gesponsort wurde.
Bereits im Jahre 1615 wurde Rodenberg mit den Rechten einer Stadt versehen. Im Jahre 1738 wurde eine Heilquelle entdeckt, so dass eine Badeanlage entstand, von der allerdings nur noch das Dach des Brunnens erhalten ist. Die Quelle wurde später zu Gunsten des benachbarten Bad Nenndorf aufgegeben.
Am Abend des 5. November 1859 brach im großen Brauhaus zu Rodenberg ein Brand aus, der sich rasch ausweitete. Ein großer Teil von Rodenberg und auch das Schloß wurden durch diese Feuersbrunst zerstört. In den Folgejahren wurden die noch erhaltenen Mauern der Schlossanlage als „Steinbruch“ für den Ratskeller, das Amtsgericht (das heutige Rathaus), die Verlegung der Domäne, für Arbeiten an der Saline und für Arbeiten in Bad Nenndorf genutzt. Als die Abbrucharbeiten gestoppt wurden, war nur noch das Ständehaus vorhanden.
Rodenberg schaut heute auf eine reiche Geschichte zurück. Seit über 470 Jahren feiern die Bürgerinnen und Bürger in Rodenberg ihr traditionelles Schützenfest, gemacht für Bürger und gelebt von Bürgern unserer Stadt. Der älteste bekannte Hinweis auf das Rodenberger Bürgerschützenfest stammt schon aus dem Jahre 1540. Ohne Verpflichtung einer Vereinszugehörigkeit versammelt sich jedes Jahr Anfang Juli eine große, bunte und illustre, aber ausschließlich männliche Truppe zum Schützenbataillon, um diese schöne und farbenträchtige Tradition der Stadt alljährlich aufleben zu lassen.
Als weitere historische Traditionsveranstaltung findet an jedem Wochenende vor dem ersten Dienstag im November der Martinimarkt in Rodenberg statt. Der Martinimarkt ist hervorgegangen aus einem alten Viehmarkt, auf dem die Händler und Landwirte aus der Umgebung ihre Tiere noch per Handschlag verkauften. Anschließend stießen die Händler und Besucher gegen Abend auf ihre Geschäfte im Ratskeller mit einem zünftigen Bier an oder gingen in das ehemalige Hotel Stockholm zum Tanz.
Bemerkenswert in Rodenberg ist übrigens die Kirche in Grove. Das Rodenberg benachbarte Kirchdorf Grove wurde 1834 mit Rodenberg vereinigt. Die Kirche, die dem heiligen Jakobus geweiht ist, stammt aus dem 12. Jahrhundert. Sie wurde 1437 erneuert und im 19. und 20. Jahrhundert mehrfach renoviert und restauriert. Einen sehr schönen geschlossenen Charakter hat der Kirchhof bewahrt.
Die Stadt Rodenberg gliedert sich heute in die beiden Ortsteile Rodenberg und das bis zur Gebietsreform 1974 selbstständige Algesdorf. Bereits 1834 wurde das Kirchdorf Grove eingemeindet, das heute im Ortsteil Rodenberg aufgegangen ist.
- Ratskeller, Lange Straße 42, 31552 Rodenberg
- Windmühle Rodenberg
- Kinkeldey-Brunnen, Amtsstraße, 31552 Rodenberg
- Museumslandschaft Amt Rodenberg


