Apelern
Apelern wurde bereits 866 als „to den Apelderen“ urkundlich erwähnt. Der Name bedeutet in etwa bei den Äpfeln oder zu den Apfelbäumen. Die Ortsteile Soldorf und Kleinhegesdorf wurden 973 erstmals urkundlich erwähnt. Lyhren und Reinsdorf folgten 1182. Bei der Teilung der Grafschaft Schaumburg 1648 wurden alle Ortsteile dem Kurfürstentum Hessen angegliedert und bildeten eine Exklave zum fernen Kassel. Diese bestand bis 1932.
Apelern liegt eingebettet zwischen Deister, Süntel und Bückeberg. Der Raum in und um Apelern hat Funde aus der mittleren und jüngeren Steinzeit sowie bronzezeitliche Hügelgräber ergeben; dieses weist auf eine Besiedelung während der urgermanischen Zeit im 2. Jahrtausend v. Chr. hin. Im 8. Jahrhundert n. Chr. war hier das Kernland der Sachsen, in dem Widukind und seine Immedinger Sippe seine Besitzungen hatte. Diese Sachsen verteidigten ihren heidnischen Glauben mit großer Hartnäckigkeit, so dass der Papst Stephan an die Frankenkönige schrieb: "Die Sachsen sind eine treulose stinkende Nation die nicht ein- mal zu den Nationen gerechnet wird und von der gewiss die Aussätzigen Ihren Ursprung haben." Trotzdem konnten sich sehr früh einzelne Kirchspiele durchsetzen. So wird Apelern urkundlich zum ersten Mal 866 n. Chr. erwähnt. Es war der Mittelpunkt eines riesigen Kirchspiels.
Aus der Kirchengeschichte wird berichtet, dass Karl der Große um 780 in Lippspringe die Christianisierung den Geistlichen aus Franken übertrug. Diese errichteten in der heidnischen Malstadt Apelern eine Tauf- und Andachtskirche, diese war wie im ganzen Buckigau, aus Holz. Die Jahrtausendwende war der Wendepunkt des Baumaterials. Unter der Herrschaft der Billunger entstand um diese Zeit in Apelern die erste Steinkirche, es war ein einfacher Hallenbau. Die jetzige zweischiffige Kirche entstand um 1150. Die Bedeutung dieser Kirche durch ihren Grundbesitz, wird durch eine Schenkungsurkunde Albrecht des Bären 1162 erwähnt. Seine kirchliche Bedeutung verlor Apelern ca. vor 112 Jahren. 1887 wurde dann Lauenau abgetrennt. In Apelern ist auch das Geschlecht derer v. Münchhausen beheimatet, das erstmalig urkundlich 1183 erwähnt wird. Das Schloß v. Münchhausen wurde 1560 erbaut und ist heute noch in Familienbesitz.
Als nächstes ist das Geschlecht derer v. Hammerstein hier beheimatet, das bereits 958 das erste Mal erwähnt wird. 1673 erwarb der schwedische Generalmajor Friedrich Christoph Freiherr v. Hammerstein das vom Schaumburger Kanzler Wietersheim 1590 erbaute Schloss. Auch der 30-jährige Krieg hinterließ in Apelern seine Spuren. Danach kam das fürchterliche Blatternjahr, sodass im Kirchspiel Apelern 153 Sterbefälle zu verzeichnen waren. Die erste Schule wird hier vermutlich vor ca. 400 Jahren entstanden sein. Im Steuerbuch von 1770 wird eine Wohnung nebst Garten an einen Rector vergeben, bei dem die Kinder zur Schule gehen.
Apelern hat bei den Wettbewerben "Unser Dorf soll schöner werden" schon einige erste Plätze belegt. Der Ort verfügt über eine Schule sowie ein großes Sportgelände mit Tennisplätzen und Mehrzweckhalle. Viele Vereine und Verbände sorgen für ein reichliches Kulturangebot.
- Wasserschloss von Münchhausen, Rintelner Str. 6, 31552 Apelern
- Schloss von Hammerstein, Großer Winkel 17, 31552 Apelern
- Archidiakonatskirche in Apelern, Hauptstraße 12, 31552 Apelern
- Münchhausen Mausoleum, Rintelner Straße 6, 31552 Apelern


