Lauenau
Der Name Lauenau stammt aus späterer Zeit und bezieht sich auf die vom Welfenherzog Heinrich dem Löwen um 1190 errichtete Burg, die später als Gerichtsstätte diente = Law (Gericht) an der Aue. Als „Flecken“ bezeichnen durften sich damals nur solche Orte, die durch eine eigene Gerichtsbarkeit und ein eigenes Braurecht eine gewisse zentralörtliche Bedeutung wahrnahmen. Der Flecken Lauenau gehörte ursprünglich zur Grafschaft Schaumburg. Durch die Niederlage des Königreichs im Deutschen Krieg 1866 wurde Lauenau Teil der preußischen Provinz Hannover. Im Jahre 1884 wurde Lauenau Teil des neu gebildeten Landkreises Springe. Zwei Jahre nach der Bildung des Flecken Lauenau wurde durch die Gebiets- und Verwaltungsreform am 1. März 1974 die bis dahin selbstständige Nachbargemeinde Feggendorf eingemeindet. Im gleichen Jahr erfolgte die Eingliederung Lauenaus in die neu geschaffene Samtgemeinde Rodenberg.
Bier und Möbel haben den Flecken Lauenau weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannt gemacht. In der noch heute als Einkaufsmittelpunkt für das Umland geltenden Gemeinde haben viele junge Familien ein eigenes Zuhause gefunden. Sehenswerte Rittergüter, eine baulich interessante Kirche, historisches Fachwerk und originelle Denkmäler wie der "Fleckendiener" wollen entdeckt werden. Kenner schätzen den Spaziergang entlang der Aue oder die Wanderung von Feggendorf zum alten Kohlestollen im Deister. In Lauenau ließen die Herren von Münchhausen zwischen 1596 und 1600 ein Schloß errichten. Vermutlich wurde dieses vom Hamelner Baumeister Johann Hunderttossen erbaut. 1606 wurde das Schloß um den sechseckigen Treppenturm erweitert. Die renaissancetypischen Verzierungen sind überall zu entdecken.
Das Rittergut Meysenbug in Lauenau hat seinen Ursprung in einem Gebäude, das 1610 von der Familie von Zersen errichtet wurde. 1849 wurde dieses Gebäude mit dem dazugehörigen Gut durch den kurfürstlich-hessischen Gemeindekabinettsrat Freiherr Karl Rivalier von Meysenbug als Lehen übernommen. Er ließ das Gebäude 1858 im Tudorstil (englische Gotik) erneuern und die Wassergräben rundherum auffüllen. 1897 kam links vom Turm ein Erweiterungsbau dazu. Malvida von Meysenbug, eine der ersten Frauenrechtlerinnen, lebte in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts zeitweise hier.
Sie pflegte Kontakte zu vielen bekannten Persönlichkeiten der damaligen Zeit, u.a. zu Richard Wagner und Friedrich Nietzsche.
Zudem ließ um 1190 Herzog Heinrich der Löwe nach seiner Rückkehr von einem Kreuzzug die Burg Lauenau als Wasserburg errichten. Während der Hildesheimer Stiftsfehde wurde die Burg 1519 vom schaumburgischen Feldobersten Ludolf von Münchhausen belagert. Die Schaumburger zerstörten die Burg bis auf die Grundmauern, damit sie nicht erneut gegen sie eingesetzt werden konnte. 1565 erlangte Graf Otto IV. von Schaumburg und Holstein das Erblehen über die Burg und ließ sie bis 1572 als Wasserschloss wiederaufbauen. Bis 1852 hatte das Amt Lauenau seinen Sitz im Schloss. Um 1950 kam die Schlossanlage in Privatbesitz und verkam zusehends. Die heutigen Besitzer, die Familie Brenneisen, bemühen sich um die Erhaltung der Anlage.
Zur Gemeinde Lauenau gehört das Dorf Feggendorf, das 1153 erstmals als Veggendorp, 1159 als Cleggendorf erwähnt wird. Seit etwa dem Jahr 1600 war Feggendorf üblich. Im 19. Jahrhundert verursachte ab 1831 der Steinkohlebergbau des Feggendorfer Stollns eine erhebliche Zunahme der Einwohnerzahl. Die Bewohner blieben stets eng mit dem Steinkohleabbau im Deister verbunden. Heute reicht der Ort bis an den Deisterrand und bietet einen weiten Blick ins Tal.
- Feggendorfer Stolln, , 31867 Feggendorf
- Historisches Fachwerkensemble, Marktstraße, 31867 Lauenau
- Historisches Fleckenmuseum, Am Rundteil 11, 31867 Lauenau
- Schloss Schwedesdorf, Am Schloss 9, 31867 Lauenau


